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Nun ist es offiziell - Planfestellung hat angefangen
13.01.2019 22:35:15

Öffentliche Auslage startet 21. Januar

Seit Kurzem meldet die Stadt die Eröffnung des Planfestellungsverfahrens für die Königsbrücker Straße (zwischen Albertplatz und Stauffenbergallee). Damit tritt die Geschichte des bürgerlichen Eintretens für die Königsbrücker als Symbol für schöne Straßen und Plätze und gegen Asphalt- und Verkehrsvergrößerung in eine neue Phase.

Ab dem 21. Januar werden die Pläne öffentlich ausliegen und natürlich auch im Internet abrufbar sein (hoffentlich alle!). Ab dann kann jeder Mensch, der ein "berechtigtes Interesse" an dem Straßenzug hat, seine Eingaben und Anregungen abgeben. "Berechtigtes Interesse" hat man auch, wenn man gemütlich einkaufen, sein Fahrrad parken oder die Straße sicher überqueren möchte! Die Frist für die Abgabe der Einwendungen endet am 20. März. Wir werden diesen Prozess begleiten und Informationen bereitstellen, mit welchen Argumenten man den immernoch auf 70% der Strecke über-überbreiten Planung entgegentreten kann.

Denn dieses ständige Argumentieren für einen schönen und funktionierenden Stadtraum ist jetzt wichtiger denn je. Wir sehen überall in der Welt ein Umdenken: Stadtstraßen dürfen nicht lediglich "Verkehrsadern" und "Auto-Schnellverbindungen" sein. Bäume sind wichtiger, Platz und Aufenthaltsqualität sind wichtiger, Fuß- und Radverkehr sind wichtiger, Menschen sind wichtiger. Diese Meinung wird heute fast überall umgesetzt und ist im "Mainstream" angekommen.

Allerdings stammen die Grundlagen der Planungen der Königsbrücker alle aus uralten Zeiten. Zeiten, in denen das Auto am wichtigsten war. Und daher ist das Eintreten für eine schöne Königsbrücker gerade jetzt wichtig - denn hier wird die Umsetzung oder Vertagung der "Verkehrswende" ganz real. Die jetzigen Planungen sind zwar besser als die von 1998 und 2011 - aber sie sind immernoch "verkehrliche Bemessungen", d.h. man hat auch jetzt noch "vom Auto her" geplant und die Straße möglichst für die Autos gebaut. Wir aber brauchen dringen den Menschen im Mittelpunkt von innerstädtischen Straßen - insbesondere in Ortsteilzentren!

Und daher wird die "Schlacht für die echte Verkehrswende" auch an der Königsbrücker geschlagen. Wenn wir viele und gute Einwendungen machen, dann können wir vielleicht noch die historische, vierreihige Baumallee retten. Bitte hilf mit!

Planfestellung rückt näher - Verwirrung in der Zeitung
05.01.2019 21:08:14

Am Freitag, 04.01.2019, hat die Sächsische Zeitung etwas verwirrend berichtet, die Planungsunterlagen für die Königsbrücker lägen nun aus und es könnten nun Eingaben gegen diese eingereicht werden. Etwas seltsam, denn auf den Seiten der Stadt lassen sich keine Hinweise darauf finden (Stand 05. Januar). Die Bild hat etwas genauer nachgefragt und nun heisst es:``die öffentliche Auslegung der Planungen wird vom 21. Januar bis zum 20. Februar 2019 erfolgen''.

Derweil läuft sich die Auto-FDP schonmal warm, den Sack wieder neu aufzumachen. Zwar noch etwas versteckt, aber sie fordert tatsächlich wieder neue Kfz-Spuren für noch viel breitere Straßen. Selbst das kleine Stück halbwegs annehmbarer Königsbrücker (von Louisenstraße bis Schauburg) wollen sie wieder überasphaltieren.

Wir werden jetzt erstmal das tun, wozu eine Bürgerinitiative da ist: Argumente sammeln, damit Menschen sich fundiert-informiert mit Eingaben und Kommentaren an der Auslegung der Planungsunterlagen beteiligen können. Es ist nämlich z.B. so, dass die Stadt (und leider auch die Sächsische Zeitung) von vollkommen veralteten Kfz-Zahlen ausgeht. Nicht 21.000 sondern nur ca. 13.500 Autos fahren täglich an der Schauburg vorbei. Dies belegen unsere Langzeitmessungen (pdf, 351k), welche für zwei Messpunkte von der Stadt im Rahmen der Messunsicherheiten exakt bestätigt worden sind.

Wenn man also den Sack neu aufmacht, dann bitte in die richtige Richtung: die Königsbrücker Straße ist überall ein Ortsteilzentrum. Überall ist Stadtraum wichtig. Überall muss Fuß- und Radweg und urbane Nutzung Priorität haben - vierspurige Ausbauten brauchen wir auf der Königsbrücker nirgens.

Demo Kesselsdorfer: auch unser kleine Schwester kämpft erfolgreich
23.10.2018 14:47:38

Aktionstag am 26. Oktober

An der Kesselsdorfer Straße wiederholt sich unsere Geschichte in Zeitraffer: erst passiert jahrelang nichts, dann werden uralte Pläne aus dem Hut gezaubert (natürlich autofreundlich und mit extremen Fahrbahnverbreiterungen), dann regt sich Widerstand, die Politik wird zu einen Variantenvergleich gezwungen ... und siehe da, es gibt weitaus bessere Möglichkeinten, die Kesselsdorfer wirklich zu einem benutzbaren Boulevard zu gestalten.

All das hat auf der Königsbrücker Jahrzehnte gedauert. Auf der Kesselsdorfer nur paar Monate. Nun aber steht die Entscheidung im Stadtrat kurz bevor - und wie es aussieht, immernoch mit einem vierspurigen Ausbau zwischen Wernerstraße und Rudolf-Renner Straße! Daher haben lokale Bürgerinitiativen für den 26. Oktober von 16:00 bis 19:00 Uhr zu einer Kundgebung auf dem Stadtplatz (Höhe Kessesldorfer 25) aufgerufen.

Wir als Bürgerinitiative "Königsbrücker muss leben!" sind sehr froh, dass wir als eine der Urmütter der Bürgerinitiativen für eine schöne und moderne Stadt- und Straßengestaltung gefragt wurden, ob wir uns an der Aktion beteiligen wollen. Wir sind sehr dankbar für diese Anfrage und wir werden uns gerne einbringen: um 18:00 Uhr spannen wir unser Straßenbanner über die Kesselsdorfer, um die geplanten Dimensionen der aktuellen Planung anschaulich zu demonstrieren. Die lokalen Initiativen werden dann auch ein Banner spannen, um eine echte "Zeitenwende" in der Stadtplanung einzufordern.

Wir sehen uns am Freitag, 26.10, an der Kesselsdorfer!

Homepage der Kesselsdorfer: www.boulevard-loebtau.de


Hintergrund:

Die Kesselsdorfer Straße hat eine sehr lange Geschichte, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht [1]. Lange Zeit war sie eine Verbindungsstraße zwischen Dresden und den Bergbauregionen um Freiberg. August der Starke ließ die "Kesselsdorfer" dann als Postkutschenstraße ausbauen. Napoleon gab ihr später den heutigen "Chaussee-Charakter" - und mit dem wachsenden Dresden wurde die Kesselsdorfer dann im 20. Jahrhundert zu einer wichtigen Geschäfts- und Einkaufsstraße. Gegen Ende des 20. Jahrhundert wurden jedoch die Anzahl der Autos immer mehr, sodass die Kesselsdorfer einen Teil ihres "Wesens" verlohr.

Daher wurde in den 1990er Jahren eine bereits in der DDR vorgesehene Tangente - die Coventrystraße - gebaut. Bereits damals war das Ziel, den Durchgangsverkehr von der Kesselsdorfer wegzuleiten und den "Boulevardcharakter" - und somit die Funktion der Kesselsdorfer als Geschäfts- und Einkaufsstraße - wiederherzustellen. Die Kesselsdorfer sollte ein Begegnungsraum mit Aufenthaltsqualität und urbaner Funktion werden. Hierzu war schon damals geplant, den ersten Teil beginnend an der Tharandter Straße auf ca. 150m als autofreie "Zentralhaltestelle" zu gestalten. Dieser Teil wird glücklicherweise momentan umgesetzt.

Anfang des neuen Jahrtausends (bis 2004) wurde dann der nächste Abschnitt bis hinter die Rudolf-Renner-Straße geplant. Diese uralten Planungen zeigen natürlich die damals übliche einseitige Fixierung auf den Autoverkehr: Überall Autos, große Kreuzungen, verbeiterte Straße (westlich Wernerstraße vierspurig!), schmale Gehwege, kein Platz für Auslagen, Bänke, Fahrradbügel oder Bäume. Und all dies, obwohl die Coventrystraße jetzt einen Großteil des Durchgangsverkehrs übernahm.

Die Planungen von 2004 wurden dann allerdings in die Schublade gelegt. Nichts passierte. Doch plötzlich, im Februar 2018, musste dann alles angeblich ganz schnell gehen. Die alten Planungen sollten innerhalb von einem Monat durch Ortsbeirat und Stadtrat geprügelt werden - ohne die heutigen Bedarfe einzuarbeiten, ohne die Menschen vor Ort zu fragen, ohne große Diskussion.

Wir leben aber in 2018, und die Ansprüche an Stadt- und Verkehrsplanung haben sich stark verändert: Platz, Bäume, Aufenthaltsqualität - ein funktionierendes Ortsteilzentrum - ist heute für die Menschen essentiell. Und so haben sich schnell mehrere Initiativen im politischen und gesellschaftlichen Raum gebildet und gegen die alten Baupläne protestiert.

Mit Erfolg! Der Baubürgermeister hatte die Notwendigkeit einer öffentlichen Diskussion erkannt und eine Einwohnerversammlung einberufen. Ein erster sehr großer Erfolg für die Initiativen. Auf der Einwohnerversammlung wurden die Wünsche sehr deutlich formuliert: autofrei bis Wernerstraße und viel weniger Autos zwischen Werner- und Rudolf-Renner Straße. Insbesondere keine Verbreiterung der Straße auf vier Spuren. Dieses deutliche Zeichen konnte dann auch die Stadtpolitik nicht ignorieren. Der Bauausschuss ließ Alternativplanungen in Auftrag geben, welche die Anregungen der Einwohnerversammlung beinhalteten. Der zweite große Erfolg der Initiativen.

Nun liegen die Ergebnisse der Untersuchungen vor:

1. Eine autofreie Kesselsdorfer bis zur Wernerstraße ist nicht nur möglich, sie ist städtebaulich, verkehrlich und auch für die DVB die beste Lösung. Dies ist ein unglaublicher Erfolg der von den Initiativen eingeforderten Einwohnerversammlung (man fragt sich nur, warum die Stadt nicht von alleine auf diese geniale Idee gekommen ist). Nun gilt es, diese Variante auch politisch durchzusetzen. Die Beschlüsse dazu fallen jetzt im November [2]. Eine Mehrheit im Stadtrat scheint möglich, ist aber noch nicht sicher.

2. Die Vermeidung einer Verbreiterung der Kesselsdorfer zwischen Wernerstraße und Rudolf-Renner-Straße ist ohne "politischen Willen" nicht möglich. Hierzu müsste der Anteil des Durchgangsverkehrs (heute noch ca. 33% aller Autos) weiter gesenkt werden. Dies klingt einfach - ist aber in der in Teilen noch sehr autofixierten Stadt Dresden wirklich keine leichte Aufgabe.

Nun, am 26. Oktober 2018, ist die Forderung der Initiativen und der Menschen bei der Kundgebung: 1) setzt die "autofreie Kesselsdorfer" bis Wernerstraße um! Das ist gut für die Menschen, das ist gut für den Einzelhandel, das ist gut für die Umwelt und das ist gut für die Straßenbahn und den Bus. 2) Senkt den Anteil an Durchgangsverkehr und macht die Kesselsdorfer bis zur Rudolf-Renner-Straße schmaler. Kein vierstreifiger Ausbau!

[1] http://www.dresdner-stadtteile.de/Sudwest/Lobtau/Strassen_Lobtau/Kesselsdorfer_Strasse/kesselsdorfer_strasse.html
[2] http://ratsinfo.dresden.de/to0040.php?__ksinr=7585

Wir habe eine kleine, erfolgreiche Schwester: Kesselsdorfer
23.10.2018 14:13:50

Wir habe eine kleine, erfolgreiche Schwester: Kesselsdorfer
Achtung: Planfeststellung geht bald los
25.06.2018 20:27:32

Wie in der SZ berichtet wird, hat die Stadt nun alle Unterlagen für das Planfestellungsverfahren zusammen. Damit wird dieses wahrscheinlich sehr bald eröffnet. Wenig später öffnet sich dann auch das Zeitfenster, in dem man Eingaben schreiben und an die Landesdirektion richten kann.

Nun gilt es, sich genau zu vergegenwärtigen, was der geplante Umbau eigentlich bedeutet!

  • Bei der jetzigen Planungen wurden die "verkehrlichen" Aspekte in den Vordergrund gestellt - d.h. die jetzige Planung ist auf die Geschwindigkeit der Autos und der Bahn optimiert. Daher ist die Straße breit und der Seitenraum schmal. Die Königsbrücker ist aber ein Ortsteilzentrum! Ihr Sinn ist nicht das Durchfahren, sondern das Ankommen und Verweilen. Für Autofahrten zwischen Norden und Süden stehen mit Hansastraße und Waldschlößchenbrücke zwei gut ausgebaute Alternativen zur Verfügung.

  • Auf dem Abschnitt zwischen Albertplatz und Post wird durch ein eigenes Gleisbett der Bahn die Straßenbreite von heute 10m auf fast 18m verbreitert. Fast alle Vorgärten gehen verloren, viele Bäume fallen und die Gehwege werden extrem schmal. Auf diesem Abschnitt ist kein Leben auf der Königsbrücker möglich.

  • Zwischen Louisenstraße und Bischofsweg wird es relativ hübsch - was massgeblich der Verdienst unserer Bürgerinitiative ist. Allerdings steht auf diesem Abschnitt das Naturdenkmal "Flatterulme", was bei der jetzigen Planung stark in ihrem Erhalt gefährdet ist. Hier müssen definitiv die unterirdischen Leitungen umgeplant und der Schutzraum um die Ulme vergrößert werden.

  • Nördlich des Bischofswegs verschwindet die historische, vierreihige Baumallee für immer! Sie weicht einem eigenen Gleisbett der Bahn. Auf diesem Abschnitt ist eine Verbreiterung der Straß eindeutig gegen die geltenden Baurichtlinien - dort fahren lediglich 14.000 Autos pro Tag. Für so wenig Kfz-Verkehr wird mittlerweile in Dresden überall schmaler gebaut. Die Baumallee wird demnach vollkommen sinnlos für immer verschwinden.

Wenn bald die Zeit für die Eingaben gekommen ist, wird es sehr wichtig sein, dass viele Menschen ihr Unverständnis über diese die Königsbrücker auf 2/3 der Strecke unbrauchbar machende Planung zum Ausdruck bringen und eigene persönliche Eingaben machen.

Wir werden euch weiter Informieren und bald Beispiele für Eingaben bereitstellen - bleibt dran - es ist noch nicht zu spät, die Königsbrücker im Bestand zu sanieren und das Herz zwischen Neustadt und Hechtviertel zu erhalten.


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